SPÖ Kärnten

BLOG: Jahreswechsel 2025/2026 – Ein persönlicher Rückblick und ein Ausblick in bewegte Zeiten

31.12.2025

Wenn sich ein Jahr seinem Ende zuneigt, ist es für mich zu einer lieb gewordenen Tradition geworden, innezuhalten, zurückzuschauen – und zugleich den Blick bewusst nach vorne zu richten. Der Jahreswechsel ist ein Moment der Sammlung, ein Moment, in dem wir aussprechen dürfen und sollen, was uns bewegt hat und was uns bewegt.

Ein Jahr, das mich persönlich berührt und verändert hat

2025 war für mich ein Jahr, das mich nicht nur politisch, sondern auch persönlich stark gefordert hat. Eine Knieoperation klingt im ersten Moment vielleicht nicht spektakulär – aber jeder, der längere Zeit mit Schmerzen unterwegs war, weiß, was es bedeutet, wieder Lebensqualität zurückzugewinnen. Ich bin dankbar, wieder schmerzfrei gehen, stehen und mich bewegen zu können. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Es erinnert mich daran, wie wichtig Gesundheit ist und wie viel Kraft im richtigen Zeitpunkt zur Regeneration liegt. Ich bin froh und dankbar, in einem Land zu leben, in dem die Gesundheitsversorgung – trotz aller Herausforderungen – besonders im Vergleich mit anderen Ländern, so hervorragend aufgestellt ist. Meine höchste Wertschätzung, mein Respekt und mein aufrichtiger Dank gilt allen Menschen, die in unseren Spitälern und im gesamten Gesundheitsversorgungsbereich sowie in der Vorsorge tagtäglich mit viel Einsatz und Leidenschaft Großartiges leisten. Viel zu oft wird das als Selbstverständlichkeit erachtet.

Ein Jahr der Emotionen – für Kärnten und für mich als Landeshauptmann

Politisch war 2025 ein Jahr der großen Spannungen und sehr gemischten Gefühle. Die Sorgen vieler Kärntnerinnen und Kärntner angesichts der anhaltenden Teuerung und der weltpolitischen Unsicherheiten begleiten mich täglich. Die kriegerischen Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, aber auch die unberechenbare politische Entwicklung in den USA unter Präsident Trump, haben ein Klima geschaffen, das viele Menschen mit Angst und Zweifel erfüllt. Die Folge davon, vorangetrieben von politischem Eigennutz gepaart mit medialen Zuspitzungen, vielen a-sozialen Medien und von egomanischen Tech-Milliardären via Algorithmen gesteuerten Informationsplattformen, die nicht der Wahrheit verpflichtet sind, sondern auf Manipulation zur Durchsetzung persönlicher Machtfantasien setzen, ist eine spürbare Zunahme von Eigennutz einhergehend mit einer schleichenden Entsolidarisierung

Gerade in solchen Zeiten ist es unsere Aufgabe in der Politik, Orientierung zu geben, Zuversicht zu vermitteln – aber auch ehrlich auszusprechen, wenn die Lage schwierig ist. Ich danke allen Bürgerinnen und Bürgern, die trotz dieser Herausforderungen nicht resignieren, sondern mitanpacken, sich engagieren, anderen helfen und damit zeigen, wie stark unsere Gemeinschaft sein kann.

Das Gedenk- und Erinnerungsjahr 2025 – Verantwortung für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

2025 war ein besonderes historisches Jahr:
  • 80 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs,
  • 70 Jahre Österreichischer Staatsvertrag und 70 Jahre Zugehörigkeit Österreichs zur UNO,
  • 30 Jahre EU-Mitgliedschaft.
Diese Jubiläen sind keine bloßen Zahlen. Sie mahnen uns, wie zerbrechlich Frieden und Freiheit sind – und wie viel Mut, Weitsicht und Zusammenhalt es braucht, sie zu schützen. Es war mir ein Herzensanliegen, dieses Gedenk- und Erinnerungsjahr seitens des Landes Kärnten würdig, menschlich und nachhaltig zu gestalten.

Denn Geschichte ist nicht Vergangenheit – sie ist Verpflichtung. Wir alle tragen Verantwortung dafür, dass Österreich ein demokratischer, solidarischer und weltoffener Staat bleibt. Und dass wir in Kärnten weiterhin vorleben, wie Vielfalt, Respekt und Miteinander funktionieren können.

Politische Schwerpunkte 2025 – sozialdemokratische Politik wirkt

Trotz aller Krisen haben wir als SPÖ-geführte Landesregierung ein Jahr intensiver Arbeit hinter uns – und vieles erreicht, das direkte Verbesserungen für die Menschen bringt. 

Einige der wichtigsten Maßnahmen, die stellvertretend für viele weitere 2025 umgesetzte hervorzuheben sind: 
  • Wohnbeihilfe NEU: Mehr Unterstützung für mehr Menschen – echte Entlastung von hohen Wohnkosten für tausende Haushalte und zehntausende Menschen
  • Der Kärntner Sanierungseuro (ab 1.1.2026): Eine ökologische und sozial gerechte Förderung, die Energieeffizienz belohnt – je mehr eingespart wird, desto höher die Unterstützung.
  • Koralmbahn-Theaterabo: Kombitickets für das Stadttheater Klagenfurt und die Oper Graz, inklusive Gratis-Koralmbahnfahrkarte 
  • Sanierung zahlreicher Sportplätze: Eine gezielte Stärkung der Sportinfrastruktur in vielen Gemeinden, um Bewegung, Begegnung und Vereinsleben zu unterstützen.
  • Die erstmalige Erarbeitung einer eigenen Kunst- und Kulturstrategie Kärnten
  • Eröffnung des Bachmann-Museums, des neuen Kunsthauses in Gmünd und des Lassnig-Ateliers
  • Erfolgreiche Sportgroßveranstaltungen wie der IRONMAN, Kärnten läuft, Gravel Race …: Kärnten hat erneut gezeigt, dass wir Gastgeberland auf internationalem Niveau sind.
  • Re-Akkreditierung des Olympiazentrums: Ein wichtiger Schritt für den Leistungs- und Nachwuchssport in unserem Bundesland.
  • Schwimm- und Leichtathletikoffensive: Tausende Kinder, die dadurch Schwimmen lernen und zur gesunden Bewegung animiert werden
  • Fertigstellung des Regionalen Strukturplanes Gesundheit 2030 (RSG 2030): Eine Weichenstellung für die Kärntner Gesundheitsversorgung der nächsten Jahrzehnte.
  • Start von APAK – dem ambulanten Programm für Alkoholkranke in Kärnten: Ein modernes und niederschwelliges Angebot zur Unterstützung Betroffener.
  • Projekt „Reallabor“ im Rahmen von „Lohn statt Taschengeld“: Ein starkes Zeichen für Chancengleichheit und Teilhabe.
  • Konzeptierung der „Übergangspflege neu“: Ein zentraler Schritt, um Versorgungslücken zu schließen und Pflegebedürftige wie Angehörige zu entlasten.
  • Handyverbot an Schulen: Mehr Konzentration, weniger Ablenkung – ein Beitrag zu besserem Lernen.
  • Eröffnung des Hauses der Sicherheit mit Kärntens 1. Freiwilligenzentrum: Moderne Infrastruktur für Einsatzorganisationen und zur Stärkung des Ehrenamtes.
  • Start des Reformprozesses im Rettungswesen: Für effizientere Strukturen und schnellere Hilfe im Ernstfall.
  • Novellierung des Kärntner Nothilfswerks – Pauschalierungen für Katastrophenschäden: Mehr Klarheit und schnellere Unterstützung für Betroffene.
  • Finanzbildungsinitiativen – von Taschengeldführerschein bis Workshops: Ein wichtiger Beitrag zu Lebenskompetenzen.
  • Novelle des Feuerwehrgesetzes – Senkung des Eintrittsalters: Stärkung des Ehrenamtes und Förderung des Nachwuchses.
  • Asyl-Hausordnung und Deutschkurse (in Arbeit): Klare Regeln und klare Chancen zur Integration.
  • Digitalisierung der Kärntner Familienkarte: Mehr Service, weniger Bürokratie – ein modernes Angebot für Familien.
  • Start der Strukturreform in der Kinder- und Jugendhilfe: Ein bedeutender Schritt zur Stärkung des Schutzes und der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen.
  • Neue Erwachsenenbildungsplattform (www.bildungsplattform-ktn.at): Ein niederschwelliger, zentraler Zugang zu Bildungs- und Weiterbildungsangeboten.
  • Sämtliche Hochschulen (Alpe Adria Uni, FH, Pädagogische Hochschule) verzeichnen Studentenzuwächse
  • Reakkreditierung Gustav Mahler Privatuni für Musik
  • Grünes Licht für den Ausbau der Alpen Adria Universität in Klagenfurt – in Summe werden 91 Millionen Euro in den attraktiven Studienstandort investiert

Dieser vielfältige Auszug zeigt: Sozialdemokratische Politik in Kärnten ist gestaltende Politik. Sie schafft Chancen und Perspektiven, bietet Schutz und Sicherheit – für alle Generationen.

„Sozial(e)demokratische Politik ist kein Schlagwort. Sie ist ein Versprechen. Und sie wirkt, wenn man sie mit Überzeugung und Konsequenz verfolgt. Das werden wir auch weiterhin tun – gerade in turbulenten Zeiten.

Natürlich gab es 2025 auch Situationen, die uns emotional und politisch erschüttert haben. Der aus dem Ruder gelaufene Polizeieinsatz am Peršmanhof war eine solche Zäsur. Er hat gezeigt, wie sensibel jene Orte sind, die Teil unserer historischen Identität sind – und wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit ihnen ist. Wir haben als Land unsere Position klar gemacht und werden weiter darauf im Rahmen unserer Möglichkeiten alles dazu tun, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen.

Ein Abschied und ein Neubeginn innerhalb der SPÖ Kärnten

Nach 15 Jahren habe ich im Herbst den Vorsitz der SPÖ Kärnten an Daniel Fellner übergeben. Es war ein bewusster und gut vorbereiteter Schritt. 15 Jahre – das ist eine lange Zeit, in der wir gemeinsam viel bewegt haben. Ich bin Daniel sehr dankbar, dass er bereit ist, diese Verantwortung zu übernehmen, und ich wünsche ihm für seine Aufgabe Kraft, Leidenschaft und Rückenwind. Ich bleibe ihm – und der Partei, meiner politischen Familie – natürlich weiter eng verbunden.

Ein Meilenstein: Die Koralmbahn geht in Betrieb

Ein großes, ja historisches Ereignis war der Start der Koralmbahn am 14. Dezember 2025. Mit diesem Tag wurde nicht nur ein Jahrhundertprojekt der Infrastruktur vollendet – es wurde ein neues Kapitel für Kärnten und die gesamte Südregion Österreichs aufgeschlagen.
Mit einer Reisezeit von weniger als 45 Minuten zwischen Klagenfurt und Graz rücken wir als Regionen noch enger zusammen. Was über Jahrzehnte Vision war, ist nun Realität: Kärnten und die Steiermark bilden gemeinsam den „Stern des Südens“.
  • Für unser Bundesland eröffnet sich damit eine Vielzahl neuer Chancen:
  • ein größerer gemeinsamer Arbeits-, Lebens- und Kulturraum,
  • bessere Perspektiven für Jugendliche und Studierende,
  • stärkere Impulse für Wirtschaft, Forschung und Innovation,
  • eine neue Attraktivität für Betriebe, Fachkräfte und Besucherinnen und Besucher,
  • eine klimafreundliche Mobilität, die unser Land nachhaltig stärkt.
Die Koralmbahn ist mehr als eine Zugverbindung. Sie ist ein verbindendes Symbol dafür, was möglich wird, wenn Regionen zusammenarbeiten und in die Zukunft investieren.

2026 – ein Jahr der Herausforderungen, der Chancen und der persönlichen Weichenstellungen

Wenn ich an 2026 denke, dann weiß ich: Es wird ein schwieriges Jahr. Global, national und regional. Wir werden mit Überraschungen rechnen müssen – mit positiven, aber wohl auch mit unangenehmen.

Trotzdem oder gerade deshalb möchte ich Zuversicht aussprechen:
Kärnten hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gezeigt, dass wir gemeinsam Krisen meistern können. Dass wir mutig bleiben, solidarisch, kreativ und offen für Neues.

Und für mich persönlich wird 2026 ein ganz besonderes Jahr werden. Nach dann 13 Jahren als Landeshauptmann steht ein Abschnitt meines Lebens an einem Punkt, an dem man vieles noch intensiver würdigt als sonst – die Menschen, die Begegnungen, die Aufgaben und die Verantwortung, die man trägt.
Was immer dieses neue Jahr bringen wird: Ich gehe es dankbar, demütig und entschlossen an. Für Kärnten. Für unsere Gemeinschaft. Und für ein Miteinander, das stärker ist als jede Krise.

Ich wünsche Ihnen allen einen friedlichen Jahresausklang und einen hoffnungsvollen Start in das Jahr 2026. Bleiben wir zuversichtlich – und bleiben wir einander verbunden.

Herzlich,
Ihr Peter Kaiser

Faktbox

Wenn sich ein Jahr seinem Ende zuneigt, ist es für mich zu einer lieb gewordenen Tradition geworden, innezuhalten, zurückzuschauen – und zugleich den Blick bewusst nach vorne zu richten. Der Jahreswechsel ist ein Moment der Sammlung, ein Moment, in dem wir aussprechen dürfen und sollen, was uns bewegt hat und was uns bewegt.

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